Kinderarmut in der Schweiz
Armut ist oft unsichtbar.
Ihre Folgen nicht.
Kinder können nichts für die finanzielle Situation ihrer Familie. Trotzdem prägt sie ihre Möglichkeiten beim Lernen, in der Freizeit und bei der Teilhabe.

Herkunft darf nicht über Zukunft entscheiden.
01
40–60 Kinder
Besuchen die ARCHE an einem normalen Tag
02
Acht Angebote
Für Alltag, Lernen, Sprache und Freizeit
03
Seit 2010
Verlässlich an der Seite von Kindern
Aktuelle Zahlen aus der Schweiz
Verzicht ist für viele Kinder Alltag.
Die kinderspezifische Deprivation misst, ob sich eine Familie 17 grundlegende Dinge oder Aktivitäten aus finanziellen Gründen nicht leisten kann. Dazu gehören Ernährung und Kleidung, Bücher und Schulausflüge, Spiel und Freizeit, soziale Teilhabe sowie die Situation der Familie.
26,4 %
Mindestens ein Verzicht
Mehr als jedes vierte Kind unter 16 Jahren ist in mindestens einem der 17 Bereiche eingeschränkt.
4,9 %
Drei oder mehr Bereiche
Etwa jedes 20. Kind muss aus finanziellen Gründen auf mindestens drei grundlegende Dinge oder Aktivitäten verzichten.
17
Konkrete Lebensbereiche
Von einer vollständigen Mahlzeit über passende Schuhe und Bücher bis zu Freizeit, Ferien und Internetzugang.
Die 17 erfassten Bereiche
Grundversorgung
- 1 · Einige neue Kleidungsstücke
- 2 · Mindestens zwei Paar passende Schuhe
- 3 · Täglich Obst und Gemüse
- 4 · Täglich eine vollständige Mahlzeit
Bildung und Entwicklung
- 5 · Altersgerechte Bücher ausserhalb der Schulbücher
- 6 · Teilnahme an kostenpflichtigen Schulausflügen und Veranstaltungen
Spiel und Freizeit
- 7 · Freizeitgerät für draussen, etwa Velo oder Rollerblades
- 8 · Altersgerechtes Spielzeug für drinnen
- 9 · Regelmässige kostenpflichtige Freizeitaktivität
- 10 · Eine Woche Ferien pro Jahr ausserhalb des eigenen Zuhauses
Soziale Teilhabe
- 11 · Ein Fest zum Geburtstag oder zu besonderen Anlässen
- 12 · Freundinnen und Freunde zum Spielen und Essen einladen
Situation der Familie
- 13 · Keine Zahlungsrückstände bei Miete, Hypothek, Krediten oder Rechnungen
- 14 · Abgenutzte Möbel ersetzen können
- 15 · Die Wohnung ausreichend beheizen können
- 16 · Ein Auto zur privaten Nutzung haben
- 17 · Einen Internetzugang zu Hause haben
Quelle: Bundesamt für Statistik, SILC 2024 – Deprivation und Gesundheit der Kinder. Die Angaben beruhen auf einer repräsentativen Befragung und statistischen Hochrechnung; sie messen vor allem materielle und finanzielle Benachteiligung.
Bildungschancen
Soziale Herkunft prägt Lernerfolg.
117 PISA-Punkte
betrug 2022 der durchschnittliche Unterschied in Mathematik zwischen den sozial am stärksten benachteiligten und den privilegiertesten 25 Prozent der 15-Jährigen in der Schweiz. Nach der im Schweizer Bericht verwendeten Faustregel entspricht das ungefähr drei Schuljahren. Es ist ein statistischer Gruppenvergleich – nicht eine Aussage über jedes einzelne Kind.
Quelle: PISA 2022 – Die Schweiz im Fokus, Kapitel 3.2 und 5.4.
Was Zahlen nicht vollständig zeigen
Benachteiligung hat viele Gesichter.
Die Statistik bildet vor allem materielle und finanzielle Einschränkungen ab. Fehlende Unterstützung beim Lernen, wenig Zeit der Eltern, unsichere Beziehungen, Sprachbarrieren oder soziale Ausgrenzung sind darin nicht vollständig enthalten.
- Bildung: wenig Platz und Unterstützung beim Lernen
- Teilhabe: Vereine, Ausflüge und Ferien sind oft nicht möglich
- Gesundheit: Sorgen und Ausgrenzung können belasten
- Zukunft: Soziale Herkunft beeinflusst Bildungswege
Unsere Antwort
Beziehung schafft Möglichkeiten.
Unsere Angebote sind kostenlos oder sehr günstig. Noch wichtiger: Kinder erleben Menschen, die sie sehen, ihnen zuhören und über Jahre an ihrer Seite bleiben.
Mittagstisch, Hausaufgabenhilfe, offener Treff, Jugendangebote und Ferienerlebnisse verbinden praktische Hilfe mit Zugehörigkeit.
- Selbstwert und Resilienz stärken
- Sprache, Bildung und Konfliktkompetenz fördern
- Familien entlasten und Integration unterstützen
Gemeinsam Chancen vergrössern
Damit Herkunft nicht Zukunft bestimmt.
Ihre Unterstützung ermöglicht verlässliche Beziehungen und konkrete Angebote.
